Deutscher Schauspielpreis

Jury

Prodromos Antoniadis

Prodromos Antoniadis hat zunächst bei John Costopoulos (Actors Studio, NY) gelernt und danach an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ das Schauspielstudium abgeschlossen. Es folgten Engagements am Theater (u.a. Düsseldorfer Schauspielhaus, Maxim Gorki Theater). Im TV ist er regelmäßig in Formaten wie „SOKO“, „Tatort“ zu sehen; in durchgängigen Rollen in „Löwenzahn“, „Stromberg“. Im Kino spielte er u.a. in „Faust“, Alexander Sokurov (Goldener Löwe, Venedig), in „Die Spielwütigen“, Andres Veiel (Berlinale, Publikumspreis). Parallel arbeitet Prodromos an diversen (Hoch)schulen als Dozent; seit 2011 kontinuierlich auch an der dffb, wo er das BERLINER STUDIO gegründet hat, in dem er Schauspielern, Regisseuren und Autoren Techniken vermittelt, die zu einem authentischen, direkten Spiel verhelfen.

Maren Kroymann

Maren Kroymann wuchs in Tübingen auf. Nach Auslandsaufenthalten, Studium und Schauspielunterricht begann in Paris ihr politisch wacheres und frauenbewegtes Leben. Mit ihrem ersten Bühnenprogramm „Auf du und du mit dem Stöckelschuh“ wurde sie 1982 zur Wegbereiterin einer neuen Form des satirischen Entertainments. Nach TV-Hauptrollen in „Oh Gott, Herr Pfarrer“ und „Vera Wesskamp“ machte sie 1993 als erste Frau im deutschen Fernsehen mit eigener Satiresendung Furore: „Nachtschwester Kroymann“. Bis heute folgten mehr als 50 TV- und Kinorollen, darunter „Mein Leben und ich“, Doris Dörries „Klimawechsel“, „Zu mir oder zu dir“ oder „Maria, ihm schmeckt’s nicht“. Für ihre Rolle im Kinofilm „Verfolgt“ von Angelina Maccarone erhielt sie den Preis der deutschen Filmkritik. Jüngere Auszeichnungen waren u.a. der Prix Pantheon 2014 und der Curt-Goetz-Ring 2015. Seit 1980 arbeitet Maren Kroymann regelmäßig als Sprecherin für Radiofeatures, Hörspiele und Hörbücher. Derzeit ist sie mit ihrer Band und dem aktuellen Bühnenprogramm „In my Sixties“ unterwegs.

Pierre Sanoussi-Bliss

Pierre Sanoussi-Bliss besuchte die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Er war sechs Jahre am Staatsschauspiel Dresden engagiert, stand auf den Bühnen des Deutschen Theater Berlin und der Salzburger Festspiele, arbeitete mit Wolfgang Engel, Thomas Langhoff und Peter Stein. Im Kino spielte er u. a. in „Keiner liebt mich“ von Doris Dörrie eine der Hauptrollen. In der TV-Serie „Der Alte“ spielte er bis 2015 Hauptkommissar Axel Richter. Sein Berlinale-Film „Zurück auf Los!“, für den er das Drehbuch schrieb, die Regie führte und die Hauptrolle übernahm, lief inzwischen auf über 70 Festivals weltweit. Sanoussi-Bliss hat gerade die Arbeiten an seinem neuen Film „Weiber!“, für den er das Drehbuch schrieb und den er selbst produzierte und inszenierte, beendet.

Walter Sittler

Walter Sittler wurde in Chicago/USA geboren, wuchs aber in Deutschland auf. Seine Ausbildung absolvierte er an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Insgesamt 15 Jahre spielte er Theater, bevor mit der ZDF-Erfolgsserie „Girl friends“ der Durchbruch im Fernsehen gelang. Für die erfolgreiche Comedy-Serie „Nikola“ erhielt er den Adolf Grimme Preis. Zahlreiche Fernsehfilme folgten, bis er 2006 die Rolle des auf Gotland agierenden Kommissars Robert Anders in der ZDF-Krimi-Reihe „Der Kommissar und das Meer“ übernahm, dessen 20ste Folge demnächst ausgestrahlt wird. Auch als Produzent von Dokumentarfilmen ist Walter Sittler aktiv. Das jüngste Projekt heißt „199 kleine Helden“ und porträtiert Kinder aus allen Ländern der Erde – die ersten 26 Porträts aus fünf Kontinenten sind schon gedreht. Auf der Bühne ist Walter Sittler auch wieder vermehrt zu finden. Mit den szenischen Erzählungen für Erwachsene „Als ich ein kleiner Junge war“ und „Prost Onkel Erich“ von Erich Kästner tourte er gemeinsam mit einem sechsköpfigen Orchester durch Deutschland und feierte große Erfolge. „Letzte Zugabe“ ist der Titel seines aktuellen Programms, in dem er den letzten Ausführungen des Ausnahmekabarettisten Dieter Hildebrandt eine Stimme gibt.

Rosalie Thomass

Ihre ersten schauspielerischen Erfahrungen sammelt Rosalie Thomass am Münchner Volkstheater und im Jugendclub der Münchner Kammerspiele. Mit ihrer Darstellung als selbst zerstörerische Prostituierte in Dominik Grafs „Polizeiruf 110 – Er sollte tot“ feiert Rosalie Thomass ihren Durchbruch und erhält für diese Rolle zahlreiche Auszeichnungen u.a. Bayerischer Fernsehpreis, Deutscher Fernsehpreis, Grimme Preis. Ein Jahr später folgt ihr Kinodebüt mit Marcus H. Rosenmüllers vielgelobten Filmen „Beste Zeit“ und „Beste Gegend“. Für ihre Darstellung in Michael Gutmanns „Die letzten 30 Jahre“ wird Rosalie Thomass 2010 für den deutschen Fernsehpreis nominiert. Ihr Theaterdebüt feiert die Münchnerin 2011 mit dem Stück „Zeitstillstand“ im St. Pauli Theater in Hamburg. 2015 sieht man die vielseitige Schauspielerin u.a. in der Literaturverfilmung „Taxi“ und in Aron Lehmanns Romanverfilmung „Highway to Hellas“. 2016 folgen die Kinofilme „Grüsse aus Fukushima“ von Doris Dörrie und „Die letzte Sau“ von Aron Lehmann. Auf der Theaterbühne konnte man sie 2015 in Nora Abdel-Maksoud Theaterstück KINGS sehen.

Anne Weinknecht

Nach ihrer Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule gab sie als Schwester Sophie in der ARD-Serie „Um Himmels Willen” ihr Fernsehdebüt, danach ging sie für zwei Jahre ins Festengagement am Theater Lübeck. Seither ist sie als frei schaffende Schauspielerin tätig. Sie spielt regelmäßig als Gast an verschiedenen Theatern in Deutschland und in der Schweiz und arbeitet für Film und Fernsehen. Sie konnte Erfahrung auf Tournee sammeln und liebt es beim Filmfestival Max Ophüls Preis zu moderieren. Mit den Filmen „Gisela” und „Der Verdacht” (KF), in denen sie die jeweilige Hauptrolle spielte, besuchte sie zahlreiche Festivals im In- und Ausland. „Der Verdacht” gewann den Deutschen Kurzfilmpreis. Zwei wichtige Theaterrollen waren Marie in „Woyzeck” am Konzert Theater Bern und Beatrice in „Viel Lärm um Nichts” am Theater Biel Solothurn. Anne ist zum ersten Mal Teil einer Jury und freut sich sehr über diese Aufgabe.